Am 8. Mai 2026 unternahmen Schülerinnen und Schüler einer dualen Klasse aus dem Kfz-Bereich (2. Ausbildungsjahr) sowie einer Berufsfachschulklasse (BFS) auf dem Weg zum Realschulabschluss einen Tagesausflug nach Berlin. Im Rahmen des Sozialkundeunterrichts besuchten die Lernenden den Deutschen Bundestag und erhielten dabei spannende Einblicke in die parlamentarische Arbeit.
Eingeladen wurde die Gruppe von der Bundestagsabgeordneten und Ostbeauftragten der Bundesregierung Elisabeth Kaiser. Zu Beginn des Besuchs fand ein Gespräch mit Frau Kaiser statt. Aufgrund organisatorischer Komplikationen musste dieses leider etwas kürzer ausfallen als ursprünglich geplant. Dennoch nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, um Fragen zu aktuellen politischen Herausforderungen zu stellen. Dabei ging es unter anderem um die Zukunftsperspektiven junger Menschen in Ostdeutschland und die Frage, wie Eigentumsbildung auch für diejenigen möglich sein kann, die keine Immobilien oder Vermögen erben. Frau Kaiser erläuterte ihre Sicht auf die Entwicklung Ostdeutschlands und die Aufgaben ihres Amtes als Ostbeauftragte der Bundesregierung.
Da das Gespräch nur begrenzt Zeit bot, machte Frau Kaiser der Gruppe ein besonderes Angebot: Sie wird die Schule in Gera besuchen, um den Austausch mit den Schülerinnen und Schülern in größerem Rahmen fortzusetzen. Auf diese Weise können die begonnenen Diskussionen vertieft und weitere Fragen direkt vor Ort besprochen werden.
Im Anschluss verfolgte die Gruppe eine Plenarsitzung des Deutschen Bundestages. Thema der Aktuellen Stunde war die Energiepolitik – ein gesellschaftlich und wirtschaftlich hochrelevantes Feld, das die Schülerinnen und Schüler bereits aus dem Unterricht kannten. Die Debatte live im Parlament zu erleben, vermittelte einen authentischen Eindruck davon, wie politische Entscheidungen vorbereitet, diskutiert und vertreten werden. Den Abschluss des Besuchs bildete die Besichtigung der Kuppel des Reichstagsgebäudes mit einem beeindruckenden Blick über die Bundeshauptstadt.
Der Ausflug zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll außerschulische Lernorte für die politische Bildung sind. Demokratie wird dort nicht nur theoretisch behandelt, sondern unmittelbar erfahrbar. Durch die Begegnung mit einer Abgeordneten, die Teilnahme an einer Plenarsitzung und den Einblick in die Arbeitsweise des Bundestages konnten die Schülerinnen und Schüler politische Prozesse aus erster Hand kennenlernen. Solche Erfahrungen fördern demokratische Kompetenzen, stärken die Urteilsfähigkeit und ermutigen junge Menschen, sich aktiv mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
Als Schule verstehen wir es als wichtigen Bildungsauftrag, neben der beruflichen Qualifizierung auch politische Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Exkursionen wie dieser Bundestagsbesuch ermöglichen Lernen an einem anderen Ort, schaffen neue Perspektiven und verbinden Unterrichtsinhalte mit konkreten Erfahrungen. Der Tag in Berlin war deshalb nicht nur eine interessante Reise, sondern ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung mündiger und verantwortungsbewusster Bürgerinnen und Bürger.
Nach vielen Eindrücken, interessanten Gesprächen und neuen Denkanstößen kehrten die Schülerinnen und Schüler am Abend zurück. Es war ein langer, aber sehr gelungener Tag, der sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
